Die Hochwasserkatastrophe zwischen Sellrain und Galtür vor vier Wochen, hatte auch Auswirkungen auf den Marienbergjochweg. Der Weg zum Joch zwischen der Marienbergalm im Süden und Biberwier im Norden wurde in großem Ausmaß zerstört.
Die Agrargemeinschaft Marienbergalpe beauftragte die Unternehmung Erdbau Thomas Kail in Obsteig-Gschwent mit den Sanierungsarbeiten. Keine leichte Aufgabe, in einer Höhe von rund 1800 Meter über See.

Radler und Bergwanderer fordern seine ganze Aufmerksamkeit. „Die radeln oder gehen meistens im toten Winkel meines Baggers. So kann ich sie nicht sehen.“ Thomas Kail muss darauf achten mit seinem Schremmhammer-Bagger nicht das Gleichgewicht zu verlieren und keine Bergler zu verletzten.

„Die Sanierung des Jochweges wird unter erheblichem Zeitdruck durchgeführt. Unser Marienberg-Hirt Andreas „Ander“ Rott muss mehrmals täglich auf die andere Seite der Alm über diesen Weg fahren. Dort weidet gut die Hälfte unseres Viehs“, sagt Almmeister Benedikt van Staa. Und billig wird das auch nicht, so van Staa. „Wir hoffen auf schnelle und unbürokratische Unterstützung vom Land. Allein schaffen wir das nicht.“

Das Joch liegt auf einer Höhe von 1789 Metern. Im Westen schließen sich Handschuhspitze und Wannig ans Marienbergjoch an, im Osten die Marienbergspitzen.
Vom Marienbergjoch aus führen zahlreiche Wander- und Klettertouren über oder um die umliegenden Bergmassive herum. Südlich unterhalb der Marienbergspitzen führt ein markierter Steig durch leichtes Latschengelände zum Hölltörl. Nördlich unterhalb des Marienbergjochs zweigt der sogenannte Jubiläumsweg zur Biberwierer Scharte nach Nordosten ab. Empfehlenswert ist auch ein Rundweg mit Marienbergjoch, Biberwierer Scharte und Hölltörl über Coburger Hütte und Grünsteinscharte.
Das Vieh auf der Marienberg Alm scheint sich wieder vom Unwetterschrecken erholt zu haben. „Gemütlich war das sicherlich nicht für unsere 200 Viecher“, meint Benedikt van Staa. „Aber in den drei Sommermonaten auf der Alm gehört so etwas dazu. Nicht unbedingt immer in dieser Heftigkeit.“

„Bis zu unserem traditionellen Bergfestl mit Bergmesse, am Sonntag, dem 9. August wird hoffentlich wieder alles befestigt sein. Wir freuen uns auf viele Gäste.“
Marienbergjoch – Hochwasserschäden werden beseitigt. (Fotos: Knut Kuckel)








